Burnout" ist eines der Schlagworte des Jahres und steht für eine extreme Form von arbeitsbedingtem Stress, bei dem die Betroffenen körperliche und geistige Erschöpfung erleben, die mit einem Gefühl der Leistungsminderung und dem Verlust der persönlichen Identität einhergeht.

Die Arbeitnehmer versuchen vielleicht, sich so gut wie möglich durchzuschlagen, weil sie die Reaktion der Kollegen fürchten und fürchten, dass sie entlassen werden, wenn sie zugeben, dass sie nicht mehr zurechtkommen.

Burnout ist aber auch ein Geschäftsrisiko: Mitarbeiter, die unter extremer Belastung stehen, erbringen wahrscheinlich weniger Leistung und neigen eher dazu, potenziell schwerwiegende Fehler zu machen.

Echte Gesundheitsrisiken

Sie laufen auch eher Gefahr, langfristig sowohl körperlich als auch psychisch krank zu werden, wenn sie keine Unterstützung erhalten - zu den gesundheitlichen Problemen können neben Stress und Depressionen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Probleme des Bewegungsapparats gehören. Manche greifen auch zu Alkohol oder anderen Drogen, um mit ihren Problemen fertig zu werden, oder wenden sich dem Glücksspiel zu, um Druck abzubauen.

Es könnte jedoch der Eindruck entstehen, dass Burnout im Finanzdienstleistungssektor nicht weit verbreitet ist und dass es viel eher diejenigen betrifft, die in Berufen tätig sind, die typischerweise unter hohem Druck stehen, wie z. B. bei der Polizei, in der Lehre oder in der Flugsicherung.

Die Wohltätigkeitsorganisation Business in the Community hat jedoch vor kurzem herausgefunden, dass Arbeitsplätze im Finanzdienstleistungssektor mit 44% höherer Wahrscheinlichkeit eine stressbedingte Krankheit verursachen als der durchschnittliche Arbeitsplatz im Vereinigten Königreich.

Die in Zusammenarbeit mit Mental Health First Aid durchgeführte Umfrage ergab außerdem, dass rund 64% der Führungskräfte zugaben, die Interessen ihres Unternehmens über das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu stellen.

Frühzeitiges Eingreifen

Es liegt auf der Hand, dass das Verständnis für psychische Probleme verbessert werden muss und dass ein frühzeitiges Eingreifen dazu beitragen kann, dass sich jemand schneller erholt, als wenn man zulässt, dass sich die Probleme verschlimmern.

Was den Stress am Arbeitsplatz angeht, gleicht der Finanzdienstleistungssektor derzeit wohl einem Dampfkochtopf. Extern gibt es die Ungewissheit über den Brexit und die Auswirkungen auf eines der wichtigsten Wirtschaftszentren des Vereinigten Königreichs.

Intern gibt es mit der Einführung der Regelung für leitende Angestellte und der Zertifizierungsregelung strengere Vorschriften, die die Anforderungen an die persönliche Verantwortung erheblich erhöhen.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass das Risikoteam die zuständigen Vorgesetzten und Abteilungen wie die Personalabteilung bei der Bewältigung von Risiken und der Durchführung geeigneter Kontrollen unterstützt.

Es könnte durchaus ein Argument für eine optimale Personalausstattung sein, anstatt zu versuchen, mit schlanken Teams zu sparen, die zu viel Arbeitsbelastung und Verantwortung übernehmen.

Möglicherweise müssen die Unternehmen auch verstärkt prüfen, ob sie ihren Mitarbeitern Zugang zu Diensten wie Beratung und anderer Unterstützung für die psychische Gesundheit bieten müssen.

Eine andere Umfrage des Krankenversicherungsanbieters Westfield Health, die sich auf den Finanzdienstleistungssektor konzentrierte, ergab, dass 70% der Angestellten der Meinung waren, dass der NHS nicht über genügend Mittel für Wellness-Dienste verfügt, die viele in Anspruch nehmen wollten.

In der Tat gaben 50% an, dass das Bankwesen und die Finanzdienstleistungen im Allgemeinen nicht genug tun, um das körperliche und geistige Wohlbefinden zu fördern, z. B. durch Gesundheitsuntersuchungen, kognitive Verhaltenstherapie und chiropraktische Behandlungen. Eine Mehrheit (74%) war auch der Meinung, dass ihr Arbeitgeber nicht genug tut, um sie bei der Bewältigung von arbeitsbedingtem Stress, Angstzuständen und anderen psychischen Problemen zu unterstützen.

Es könnte also auch an der Zeit sein, die unerwarteten Fehlzeiten zu überprüfen - stecken dahinter mehr psychische Erkrankungen als zunächst angenommen?

Eine Strategie für psychische Gesundheit sollte bedeuten, dass die Vorgesetzten darin geschult werden, einfühlsame und konstruktive Unterstützung zu bieten. Dies ist auch eine Frage der Unternehmenskultur - wenn die Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sie sich nicht melden, nicht vertraulich sprechen und ihnen keine angemessene Hilfe angeboten wird, werden die wahren Gründe für schlechte Leistungen und Fehlzeiten unvermindert fortbestehen.

Der Welttag der psychischen Gesundheit, der am 10. Oktober stattfand, soll das Bewusstsein schärfen und die Stigmatisierung verringern. Aber die Botschaft muss weitergehen - Burnout ist auf dem Vormarsch, und es braucht mehr als kostenloses Obst oder subventionierte Mitgliedschaften in Fitnessstudios, um es zu bekämpfen.